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BD: "Schwarzesmarken - Volume 1"

Geschrieben von General M.


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                                                     Getestet und verfasst von General M

               Quelle Bildmaterial: "©Koki Yoshimune-ixtl/TV TOKYO/ALTERNATIVE 2nd Project. All rights reserved." 

                         Ab sofort erhältlich als Blu-Ray, DVD und via Anime On Demand

81OC5XzddUL. SL1500 Scheinbar haben die Japaner die nach dem Zweiten Weltkrieg vollzogene Teilung Deutschlands etwas anders in Erinnerung als wir. Basierend auf dem sieben Teile umfassenden und erstmals Ende 2010 in seinem Heimatland veröffentlichten Light Novel zeichnet Hiroki Uchida ein alternatives, düster-futuristisches Bild des Kalten Krieges nach, in welchem die Truppen der DDR es mit Invasoren aus dem All aufnehmen müssen. Hinter dem ungewöhnlichen Setting verbirgt sich aber ein extrem unterhaltsamer Mix aus rasanter Mecha-Action, interessanten Charakteren und nicht zuletzt auch einer guten Portion zeitgeschichtlicher Gesellschaftskritik. Der Name: Schwarzesmarken



Die erste Volume

Nur ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für...oh, Aliens! So oder zumindest so ähnlich müssen die ersten Erdenbesucher auf dem Mond reagiert haben, als sie dort erstmals Kontakt zu einer fremden Rasse aus dem All aufgenommen haben. Die entpuppen sich allerdings nicht als Freunde, denn nur weniger später greifen die sogenannten BETA´s die Erde an und zerstören große Teile Südostasiens. Was 1967, also mitten im Kalten Krieg seinen Anfang nahm, entwickelt sich über die folgenden zwei Jahrzehnte zu einem verzweifelten Kampf um das Überleben der gesamten Menschheit, die den BETA´s nur wenig entgegen zu setzen weiß.  

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1983 stehen die Invasoren bereits an der Oder-Neiße-Grenze, also ziemlich genau an der geographischen Trennlinie zwischen Polen und der Deutschen Demokratischen Republik. Der diktatorisch geführte Staat mit sozialistischer Gesellschaftsstruktur stellt nun die letzte Verteidigungslinie vor dem Westen Europas dar und hat sich dank kampfstarker Mechas bisher erfolg- wie verlustreich gegen die Aliens zur Wehr setzen können. Die von Hauptmann Irisdina Bernhard angeführte 666. Kompanie "Schwarzesmarken" der Nationalen Verteidigungsarmee gilt dabei als absolute Elitetruppe, deren Fertigkeiten selbst im verhassten Westen bestens bekannt sind. Teil des Kampfverbandes ist auch der junge Theodor Eberbach, denn Stiefschwester einst unter der Fuchtel der allmächtigen Staatssicherheit verschwand und seitdem nie wieder gesehen wurde. 

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Als die Schwarzesmarken eines Tages nach einem heftigen Kampf gegen die BETA´s auf die westdeutsche Überläuferin Katia Waldheim treffen und diese in ihre Kompanie aufnehmen, schlagen die Alarmglocken bei der überall Verschwörungen und Verrat witternden Statis schnell Alarm. Dass kurz darauf auch die lange verschollene, mittlerweile auf Linientreue getrimmte Stiefschwester Theodor´s wieder auf der Bildfläche auftaucht, scheint da alles andere als ein Zufall zu sein. Doch für Vermutungen und Befürchtungen bleibt nur wenig Zeit, denn der nächste große Angriff auf die BETA´s steht unmittelbar bevor...

Die Rezension

Gerade wenn man denkt, man hat bereits alles gesehen, kommt so eine Serie wie Schwarzesmarken um die Ecke. Hinter der etwas unglücklichen Übersetzung verbirgt sich ein sehenswerter Genremix mit dem gerade für unsereins wohl ungewöhnlichsten Setting, dass man sich nur vorstellen kann. Dank außerirdischer Angreifer hat sich der Kalte Krieg in einen heißen, mit mächtigen Kampfläufern geführten Konflikt verwandelt, in dem alte Feindschaften zwischen den Weltmächten weiterhin erbittert aufrecht erhalten werden und politische Intrigen und die nackte Willkür der Staatsmacht eine zusätztliche Bedrohung für die kämpfenden Truppen darstellen. Schwarzesmarken steckt voller Anspielungen auf die damalige Zeit, nutzt diese aber weniger in einem klassisch historischen Kontext, sondern unterstreicht damit die ohnehin schon ziemlich trostlose Dystopie nur noch weiter. Gelungen ist das in jedem Fall, denn rein atmospährisch macht die Serie ordentlich was her. 

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Neben der effektreichen Action stellt Schwarzesmarken aber auch seine Charaktere in den stetigen Fokus der Handlung. Interessant ist dabei vor allem das Verhältnis zwischen dem regimekritischen Theodor Eberbach und der Überläuferin Katia Waldheim. Zwischen den beiden Figuren entwickelt sich mit der Zeit eine spannende Beziehung. Und dann ist da natürlich auch noch der übermächtige Überwachungsapparat der Staatssicherheit, der ein paar der fiesesten Bösewichte hervorbringt, die ich in diesem Jahr überhaupt gesehen habe. Im Rahmen der sechs Episoden umfassenden ersten Volume bekommt man als Zuschauer jede Menge Gelegenheiten, die Welt von Schwarzesmarken und ihre handelnden Figuren kennenzulernen. Das Urteil ist eindeutig: Ich will mehr davon! Die hochwertigen Animationen wissen zu überzeugen, die Charaktere machen Lust auf mehr und auch die Mechakämpfe sind furios in Szene gesetzt. Für Fans von Sci-Fi mit historischem Einschlaf definitiv Pflichtprogramm. 

Die Blu-Ray

150 Minuten Gesamtspielzeit umfassen die sechs Episoden, Platzprobleme und damit verbundene Kompressionsschwierigkeiten muss man mit der Blu-Ray also nicht befürchten. Stattdessen darf man sich über ein durchgehend sauberes und scharfes Bild freuen. Klare Konturen und eine hervorragende Detailwiedergabe zählen zu den weiteren Stärken des HD-Transfers, wovon besonders die Charaktere und die Mechas profitieren. Obwohl man bei der Farbgebung bewusst auf einen eher ausgewaschenen Look setzt, der auch bestens zum Setting passt, bleibt auch genügend Spielraum für ein paar knallige Akzente, allem voran bei den knalligen Haarfarben und den mit Lasern ausgetragenen Gefechten. Gut ausbalancierte Kontraste, speziell die satten Schwarzanteile, runden die Veröffentlichung optimal ab. 

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Den passenden Ton liefert KAZÉ standardmäßig im verlustfreien DTS-HD MA 2.0 - Format, wie immer steht neben einer gelungenen deutschen Synchronfassung auch eine eine japanische Tonspur zur Auswahl, sauber lokalisierte Untertitel gibt es obendrauf. Gerade bei so actionreichen Serien ist es natürlich immer schade, keinen vollwertigen Raumklang geboten zu kriegen, weshalb Schwarzesmarken mit dem ausschließlich auf die Front beschränkten Setup auch einiges an Immersionspotenzial verschenkt. Trotzdem kommt aus dem vorderen Bereich ordentlich Kraft und trägt die Mechakämpfe durckvoll in den Raum - ganz ohne Subwoofer übrigens. Die Dialoge sind stets klar verständlich und müssen sich dem übrigen Geschehen nie unterordnen. 

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Die Blu-Ray kommt übrigens in klassischer Plastikhülle daher, wartet aber zumindest mit einem Pappschuber und einem 20 Seiten starken Booklet auf, welches die Charaktere und Kampfläufer näher beleuchtet. Auf der Disc selbst sind noch die üblichen titelfreien In- und Outros erhalten, das war es dann aber auch schon in Sachen Extras. Knapp 45€ werden für das Set fällig, für das Gebotene also alles andere als wenig. 

Fazit

55957770 2311144785603906 1491509483245928448 o"Die ehemalige DDR als letzte, mit Kampfrobotern ins Feld ziehende Verteidigungslinie vor außerirdischen Aggressoren - klingt bescheuert, funktioniert aber wunderbar. Die Mischung aus Science Fiction mit zeitgeschichtlichem Einschlag und effektreichen Kämpfen hat mich von der ersten Minute an abgeholt und schlussendlich nach den ersten sechs Episoden auch mit viel Neugierde zurückgelassen. Dazu tragen nicht zuletzt auch die interessanten Charaktere bei. Genrefans sollten definitiv einen Blick riskieren. Die Blu-Ray zur ersten Volume von Schwarzesmarken punktet mit exzellenter Bildqualität und kraftvollem Stereosound, bietet aber gemessen am hohen Preis zu wenige Extras. Die Fortsetzung und damit sämtliche Episoden zum Finale präsentieren wir euch übrigens im Januar. Stay tuned!"


Die hier veröffentlichte Meinung stellt lediglich die Meinung des Autors dar und muss nicht zwangsläufig auch die von Wrestling-Point.de, M-Reviews und allen unterstehenden Mitarbeitern sein.
   
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